Der Sommer 2026 war viel zu trocken. Lange Zeiten ohne Regen haben in ganz Bayern zu Ernte- und Qualitätsverlusten geführt. In Volkach an der Mainschleife ist das in einem Teil der Lage „Volkacher Ratsherr“ anders: Dort steht seit 2010 eine Bewässerungsanlage für Weinreben. Ursprünglich wurde sie gebaut, um das Trinkwasser unterhalb der Hänge vor Nitrat schützen. Sie funktioniert so: Die Winzer:innen fangen das Regenwasser von Oktober bis April in drei großen Speicherbecken auf. Der Boden könnte die Regenmengen im Winter und bei Starkregen gar nicht aufnehmen – ohne Anlage würde das Regenwasser ungenutzt abfließen. Bei Bedarf kommt es per Tröpfchenbewässerung an die Reben. Und der Nutzen geht noch weit darüber hinaus: Die Weinberge bleiben ganzjährig begrünt, die Erosion sinkt deutlich. Weniger Sedimente im Main sparen Pflegekosten an der Bundeswasserstraße. Die Weinerzeugung und Tourismus-Einnahmen in der Region bleibt gesichert: Jeder Euro im Weinbau bringt vier Euro im Tourismus. Die Kehrseite einer solchen Anlage: Die Kosten. Ein einzelner Betrieb kann so etwas kaum alleine stemmen. In Volkach ging es nur, weil Winzer:innen, Stadt und Fernwasserversorgung Franken zusammengearbeitet haben. Andere Regionen können das nicht einfach nachbauen, solche Projekte bleiben ohne Unterstützung oder Kooperationen ein Einzelfall. Mit dabei waren auch Kerstin Celina MdL und Paul Knoblach MdL und andere grüne Mandatsträger*innen und Interessierte.
Auch die Bergtheimer Mulde stand auf der Tourenliste: Überparteilicher Austausch mit Björn Jungbauer (CSU) und Volkmar Halbleib (SPD). Knapp ein Drittel des bayerischen Bio-Gemüses wächst in der Bergtheimer Mulde. Zwiebeln, Karotten, Kartoffeln und co. gedeihen hier oft aber nur mit Bewässerung, denn die Region wird immer trockener. Bewässerung gibt es hier erst seit Ende der 1980er Jahre, inzwischen zu großen Teilen mit Schläuchen. Der Bedarf liegt bei rund 1,1 Mio. Kubikmetern und die Region setzt bislang fast komplett auf Grundwasser. Aber die Betriebe wollen das ändern: Im Gespräch ist, im Winter Wasser aus dem Main zu entnehmen und in einem Becken mit 1 Mio. Kubikmetern zu speichern. Offen sind noch Finanzierung, Kosten und die Frage, wer entscheidet, wann, wo und wie viel bewässert wird. Außerdem muss noch geklärt werden, welche Rolle Regenwassernutzung, Wasserrückhalt in der Fläche oder Agroforst spielen können. Für die Betriebe vor Ort steht fest: Ohne Bewässerung wäre Gemüseanbau, wie wir ihn heute kennen, in dieser Region bald nicht mehr möglich. Deswegen wollen sie als nächster Schritt einen Wasser-Boden-Verband gründen. Mit dabei war auch Michael Burger, Bürgermeister in Bergtheim (GRÜNE) und Frank Albert, Bürgermeister von Unterpleichfeld (CSU)
















