Ökostammtisch zu Besuch bei Holzbau Eyrich-Halbig

Der Ökostammtisch Bad Kissingen, in dem auch zahlreiche Mitglieder von Bündnis90/Die Grünen aktiv sind, verlegte in diesem Monat sein Treffen nach Oberthulba zur Holzbaufirma Eyrich-Halbig.

Das in dritter Generation geführte Familienunternehmen hat im vergangenen Jahr den deutschen Nachhaltigkeitspreis gewonnen. Ein Grund der ökologisch Aktiven aus Bad Kissingen, bei Inhaber und Geschäftsführer Michael Eyrich nachzufragen:

Wie und warum hat sich Holzbau Eyrich-Halbig auf den Weg der nachhaltigen Produktion von Holzbauten gemacht?

„2021 begannen wir, auf Nachhaltigkeit umzustellen“, berichtet Michael Eyrich im Mitarbeiterpausenraum. Grund dafür sei gewesen, das eigene Profil gegenüber Mitbewerbern zu stärken und die Firma zukunftsfest zu machen.

Das Unternehmen mit 33 Mitarbeitenden stellt Neu-, Auf- und Anbauten in Holzrahmenbauweise im privaten oder öffentlichen Auftrag her. Aktuell errichtet es u.a. das neue Gradierwerk in Bad Kissingen.

„Der Prozess der Nachhaltigkeit bedeutet klimaschonende Nutzung von Ressourcen, regionale Wertschöpfung, Einbindung der Mitarbeitenden in den Zertifizierungsprozess, Förderung von Aus- und Weiterbildung und Wahl der Lieferanten gemäß nachhaltigen Kriterien“, erläutert der Zimmerermeister und Betriebswirt Eyrich und weiter: „Beim Material mussten wir keinen Wechsel vornehmen. Auf Plastikfolien und Styropor verzichten wir schon länger.“

 So komme das Holz aus Süddeutschland, die Hausdämmung bestehe aus Zellulose, geheizt würden die Firmengebäude mit Wärmepumpen plus Photovoltaik oder den Holzresten aus der Produktion, Abfall und Emissionen würden jährlich um 10% reduziert.

„Bis 2030 wollen wir klimaneutral sein“, so der Geschäftsführer. „Die Verleihung des deutschen Nachhaltigkeitspeises war für uns eine Überraschung und Motivationsschub.“ 

Christoph Thiele, Beisitzer im OV der Grünen in Bad Kissingen, hatte den Besuch des Ökostammtischs organisiert. Von Micheal Eyrich wollte er wissen, was sich dieser für die Zukunft wünsche. Darauf kam der Unternehmer auf zwei Probleme zu sprechen:

Kommunen hätten zwar die Möglichkeit, bei Ausschreibungen für Bauaufträge Nachhaltigkeit einzufordern, täten das in der Praxis aber kaum, weil es mehr Arbeitsaufwand bedeute.

Auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Hausbau müssten verbessert werden, um dem ökologisch sinnvollen Baustoff Holz mehr Bedeutung zu verschaffen.

Eyrich selbst engagiert sich dafür als Vizepräsident im DHV (Dt. Holzfertigbau-Verband e.V.). 

In der Werkshalle versicherte er den Teilnehmenden des Ökostammtischs: „Wir bleiben bei aller Innovation ein Handwerksunternehmen.“

von Lydia Apel

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