Landwirtschaft und Sonnenstrom – Grüne informieren sich über Agri-PV-Pilotprojekt in Hainert

(Foto, von links: Rainer Schütz, Michael Groll, Andreas Bierlein, Barbara Körpert, Fabian Schwemmlein, Annika Bauer, Norbert Zösch, Harald Kuhn, Andrea Werner, Markus Kuhn, Jochen Ambros, Mario Pfaff und Herbert Seidel)

Wie können Landwirtschaft und Energiewende auf derselben Fläche zusammengebracht werden? Darüber informierten sich Mitglieder und kommunale Mandatsträger von Bündnis 90/Die Grünen bei einem Besuch der neuen Agri-Photovoltaikanlage in Hainert. Die Anlage ist die erste dieser Art im Netzgebiet der ÜZ und im Landkreis Haßberge.

Projektleiter Rainer Schütz von der ÜZ und Landwirt Fabian Schwemmlein stellten das Projekt vor. Mit dabei waren unter anderem Regionalwerk-Aufsichtsrat und Kreisrat Norbert Zösch, Kreisrat Harald Kuhn, Gemeinderätin Andrea Werner, Stadtrat Andreas Bierlein, die Oberauracher Bürgermeisterkandidatin Barbara Körpert, die Haßfurter Ortsvorsitzenden Annika Bauer und Markus Kuhn sowie weitere interessierte Gäste.

Die Besonderheit der Anlage ist die Doppelnutzung: Unter den aufgeständerten Solarmodulen bleibt das Grünland weiterhin landwirtschaftlich nutzbar. Bio-Landwirt Alexander Böhner beweidet einen Teil der Fläche mit seinen Rindern. Trotz der Anlage sollen noch rund zwei Drittel des bisherigen Grünlandertrags erreicht werden. Im Frühjahr sei das Gras unter den beschatteten Bereichen teilweise sogar besser gewachsen. Für heiße und trockene Sommer erhofft man sich weitere Vorteile für Vegetation und Tiere.

Positiv berichteten die Verantwortlichen auch über das Genehmigungsverfahren. Das Landratsamt habe gut kooperiert, in der Gemeinde habe es kaum Irritationen gegeben. Bei der Standortwahl sei zudem darauf geachtet worden, das Orts- und Landschaftsbild möglichst wenig zu beeinträchtigen. Möglich wurde das Projekt auch durch die Privilegierung von Photovoltaikanlagen in einem 200 Meter breiten Korridor entlang der Autobahn.

Auf die Frage nach Wünschen an die Politik nannte Schwemlein vor allem weniger Bürokratie. Schütz wünschte sich verlässliche Rahmenbedingungen und mehr Planungssicherheit statt eines ständigen Hin und Her in der Energiepolitik.

Für die Besucher zeigt das Pilotprojekt, wie das ureigene Interesse der Landwirtschaft am Erhalt von Acker- und Weideflächen mit den Anforderungen der Energiewende verbunden werden kann. Zum Abschluss bedankte sich die Gruppe bei den Verantwortlichen und äußerte die Hoffnung, dass das Projekt viele Nachahmer findet. „Heimatenergie“ aus erneuerbaren Quellen könne künftig einen wachsenden Beitrag zu einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung leisten und gleichzeitig Wertschöpfung in der eigenen Region halten.

(Foto, von links: Rainer Schütz, Michael Groll, Andreas Bierlein, Barbara Körpert, Fabian Schwemmlein, Annika Bauer, Norbert Zösch, Harald Kuhn, Andrea Werner, Markus Kuhn, Jochen Ambros, Mario Pfaff und Herbert Seidel)

Text/Foto: mk

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