Grüner Erfolg: Die Stadt Würzburg hat zwei Maßnahmen eingeführt, die Beratung und Hilfe näher an Menschen bringen soll. Aus dem Bericht der Verwaltung: Der „Hilfekompass“ wurde im Rahmen des Pilotprojekts „Smarte Region“ als zentrale Maßnahme entwickelt und bündelt künftig sämtliche Hilfs- und Beratungsangebote auf einer öffentlichen Plattform. Als dynamisches System ermöglicht er es den Anbietern, ihre Informationen selbstständig einzupflegen und zu aktualisieren, wodurch langfristige Datenaktualität bei gleichzeitig geringem Pflegeaufwand gewährleistet wird.
Alle eingetragenen Angebote können über verschiedene Filterkriterien, z. B. Wohnort, Alter oder Unterstützungsbedarf, durchsucht werden. Ergänzend wird ein interaktiver Wegweiser bereitgestellt, der Nutzerinnen und Nutzer Schritt für Schritt über aufeinander aufbauende Fragen zu passenden Angeboten führt. Auf diese Weise wird die regionale Beratungs- und Hilfslandschaft dauerhaft transparent, nutzerfreundlich und leicht zugänglich gemacht.
Die Umsetzung und Ausgestaltung erfolgt durch die Verwaltung nach Maßgabe der Beschlüsse von Stadtrat und Kreistag zur Strategie der Smarten Region im Jahr 2023.
Das Portal „Integreat“ ergänzt das Angebot und richtet sich an die besonderen Bedarfe von Menschen mit Fluchthintergrund und Migrant:innen. Das Portal wird bundesweit bereits von mehr als 100 Städten und Landkreisen genutzt.
Während Bürgerinnen und Bürger ohne Migrationshintergrund in der Regel über ein grundlegendes Wissen zu Verwaltungsstrukturen, Zuständigkeiten und Unterstützungsangeboten verfügen und ihre Anliegen gezielt im Hilfekompass recherchieren können, stehen Menschen mit Fluchthintergrund und Migrant:innen vor der Herausforderung, sich im für sie neuen und komplexen deutschen Hilfesystem zurechtzufinden.
Häufig fehlt eine grundlegende Orientierung in diesem Hilfesystem. Ein Überblick über hiesige Strukturen besteht noch nicht im ausreichenden Maß. Lösungswege, welche das deutsche Hilfesystem vorsieht, sind somit noch nicht zugänglich. Ein speziell auf diese Zielgruppe zugeschnittenes Portal wie Integreat schafft hier Abhilfe: Es vermittelt niedrigschwellig und verständlich zielgruppenrelevante Informationen, z. B. zu Alltagsbewältigung und Behördengängen, und befähigt Menschen mit Fluchthintergrund und Migrant:innen, ihre Anliegen einzuordnen und Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.
Damit stärkt Integreat Selbstständigkeit und Teilhabe von Menschen mit Fluchthintergrund und Migrant:innen und entlastet zugleich Verwaltung und Beratungsstellen, da Ratsuchende besser vorbereitet und gezielter weitervermittelt werden können.
Die Einführung von Integreat in der Stadt Würzburg wird durch ein zweckgebundenes Erbe ermöglicht. Im Zusammenspiel mit dem Hilfekompass entsteht so ein wirkungsvolles Unterstützungssystem: Integreat schafft für Menschen mit Fluchthintergrund und Migrant:innen Orientierung in neuen Strukturen, wohingegen der Hilfekompass einen durchsuchbaren Überblick über die gesamte Beratungs- und Hilfslandschaft für alle Bürgerinnen und Bürger ermöglicht.
Die Inhalte und die Struktur beider Plattformen sind in enger Abstimmung mit den Sozialbehörden entwickelt worden. Somit können Angebote öffentlicher Stellen bzw. kommunaler Behörden, der Hilfs- und Blaulichtorganisationen und der Krisenhilfe, von freien Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und gemeinnützigen Organisationen sowie weitere Angebote aus den Bereichen Familie, Kinder, Senioren, Teilhabe und Inklusion abgebildet und mehrsprachig zugänglich gemacht werden.
Die sich ergebenden Synergien in Bezug auf Datenmanagement, Anbieterkommunikation, Rollout und Netzwerkbildung werden gezielt in der Kooperation zwischen dem Fachbereich Integration, Inklusion und Senioren und der Smarten Region genutzt, um Effizienz, Vernetzung und Wirkung der Maßnahmen zu maximieren.
Diese Kombination trägt wesentlich zu Chancengerechtigkeit, effizienter Ressourchennutzung und nachhaltiger Integration und Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger bei.
Beide Portale werden in den kommenden Wochen durch die Sozialbehörden, die Einrichtungen der freien Wohlfahrtsverbände und weitere Akteure befüllt und im Frühjahr der Öffentlichkeit vorgestellt.